Drei Dinge: Ein RSS-Reader, eine Naht, ein freier Abend
Ein Reader soll keine neue Pflichtensammlung werden. Dazu kommen eine reparierte Naht und ein ausgefallener Termin, dessen Platz nicht sofort neu besetzt werden muss.

Diese Woche haben mir drei Dinge geholfen, ohne sich ausdrücklich als Hilfe anzubieten. Eine davon braucht eine Anwendung. Die anderen beiden kommen ohne Benutzerkonto aus.
Ein RSS-Reader, der auf mich wartet
Ich lese einige Seiten über einen RSS-Reader. Die Idee ist überschaubar: Wo eine Veröffentlichung einen passenden Feed anbietet, kann ich ihn abonnieren und neue Beiträge gesammelt sehen. Ich bestimme, welche Quellen hineinkommen. Eine ungelesene Notiz bleibt dabei zunächst eine ungelesene Notiz und kein Auftrag an meinen Charakter.
Das ist kein vollständiger Ersatz für jede andere Art zu lesen. Manche Seiten bieten keinen geeigneten Feed an, und nicht jeder Beitrag erscheint darin vollständig. Für mich ist es trotzdem angenehm, eine kleine Auswahl selbst zusammenzustellen, statt bei jedem Öffnen wieder von einer fremden Reihenfolge überrascht zu werden.
Wenn Sie einen RSS-Reader ausprobieren wollen, würde ich mit drei oder vier wirklich gelesenen Quellen anfangen. Nicht mit einem importierten Paket von hundert Empfehlungen. Prüfen Sie, ob Sie lieber nur auf einem Gerät lesen oder Ihre Auswahl synchronisieren möchten. Das verändert, welche Anwendung und welche Datenhaltung zu Ihnen passen. Preise und Funktionen sollte man vor der Entscheidung aktuell prüfen.
Auf dieser Seite ist der Dandy-Digital-Feed die einfachste Probe. Er führt zurück zu den Beiträgen, ohne dass Sie für das Lesen eine E-Mail-Adresse hinterlassen müssen. Wenn ich Ihnen gleichzeitig einen monatlichen Brief anbiete, darf die Alternative ruhig gut sichtbar sein.
Eine reparierte Naht
An meiner mittelmäßigen Haushose war eine Naht aufgegangen. Sie ist nicht plötzlich zu einem besonderen Kleidungsstück geworden, seit sie wieder geschlossen ist. Ich kann nur wieder darin sitzen, ohne den Zustand bei jeder Bewegung neu zu beurteilen.
Gerade das gefällt mir. Die Reparatur hat keinen neuen Wunsch erzeugt. Sie hat einen alten Gegenstand wieder in seinen gewöhnlichen Zustand versetzt. Ich müsste nicht einmal darüber sprechen, wenn ich nicht beruflich und privat einen gewissen Hang hätte, aus jeder Erleichterung einen Satz machen zu wollen.
Ein Abend ohne Ersatzprogramm
Am Mittwoch fiel eine Verabredung aus. Ich reagierte zunächst mit der Frage, was sich nun noch unterbringen ließe. Ein Film, ein längeres Telefonat, vielleicht endlich die Schublade. Der freie Abend schien mir sofort nachbesetzt werden zu müssen.
Ich ließ es dann bei einem Essen und dem Buch, das schon auf dem Tisch lag. Das war keine Übung. Niemand sollte sich entspannen müssen, um eine ausgefallene Verabredung richtig zu nutzen. Ich war erst etwas unruhig und später einfach müde.
Im Reader warteten am nächsten Morgen mehrere Beiträge. Die Hose lag über dem Stuhl. Vom Abend gab es nichts nachzuholen. Ich fand das eine brauchbare Reihenfolge.


